IFRS-Studium

Weiterbildung im Internationalen Rechnungswesen!

Eine Weiterbildung im Internationalen Rechnungswesen ist für Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Revision und Unternehmenternehmensberatung unentbehrlich geworden.
Die Zahl der Unternehmen aus allen Branchen, die grenzübergreifend tätig sind, steigt immer weiter. Daher wird auch der Bedarf an Fachkräften im Rechnungswesen immer größer, die nicht nur die nationalen, sondern auch die internationalen Regelungen nach IFRS beherrschen.

Warum IFRS in Deutschland?

Aufgrund der IAS Verordnung der EU aus dem Jahre 2002 sind seit 2005 alle kapitalmarktorientierten Konzerne verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach den IFRS (International Financial Reporting Standards) aufzustellen, wenn sie ihren Sitz in der EU haben. Bei den IFRS handelt es sich um Bilanzierungsregeln, die von einem privatrechtlichen Gremium, dem IASB (International Accounting Standards Board) erlassen werden. Diese Regelungen unterliegen einer starken Dynamik, da der IASB die IAS und IFRS ständig ergänzt, verbessert oder neue IFRS hinzufügt. Bevor ein Bilanzierer in der EU die IFRS anwenden kann, müssen die Regelungen in das jeweilige nationale Recht übernommen werden. Dieser Prozess wird als Endorsement bezeichnet.

Für einen Bilanzersteller mit Sitz in Deutschland ergibt sich eine hochkomplexe Situation in der externen Rechnungslegung. Er hat für den Einzelabschluss das HGB, zuletzt geändert durch BilMoG und BilRuG, zu beachten. Für die Steuerbilanz ist das EStG und das Maßgeblichkeitsprinzip zu beachten und im Bereich des Konzernabschlusses muss er das System der IFRS und das Zusammenspiel zum HGB beherrschen. Ein IFRS-Studium ist somit unentbehrlich für Fach- und Führungskräfte, die im Rechnungswesen tätig sind.

IFRS-Weiterbildung: Bilanzbuchhalter-International bzw. Zusatzqualifikation Bilanzbuchhaltung-International oder Certified IFRS Accountant?

Im Rahmen der Bilanzbuchhalter-Weiterbildung werden i.d.R. nur Grundlagen der IFRS vermittelt, auch in den Bachelorstudiengängen an den Hochschulen werden im Bereich des Rechnungswesens häufig nur Grundkenntnisse der IFRS unterrichtet, sodass später die Notwendigkeit besteht, das vorhandene IFRS-Wissen zu erweitern und zu vertiefen.

Für eine tiefgreifende Beschäftigung mit den IAS/IFRS, sodass dann ein Konzernabschluss erstellt bzw. ein reportingpackage an ein Mutterunternehmen geliefert werden kann, stehen grundsätzlich zwei Alternativen zur Verfügung. Der Bilanzbuchhalter International Lehrgang bzw. die Zusatzqualifikation Bilanzbuchhaltung International oder der Certified IFRS Acountant als advanced certificate.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Weiterbildungen?

  Bilanzbuchhalter International bzw. Zusatzqualifikation Bilanzbuchhaltung International Certified IFRS Accountant (advanced certificate)
Zulassungsvoraussetzungen Bilanzbuchhalter IHK oder Studium (jetzt keine Berufserfahrung mehr erforderlich) Bilanzbuchhalter IHK oder Studium (keine Berufserfahrung erforderlich) oder IFRS Accountant (basic certificate)
Art des Lehrgangs Samstagslehrgang oder Fernlehrgang Fernlehrgang
Dauer 216 Stunden als Präsenzlehrgang
12 Monate Fernlehrgang
7 Monate
Fachinhalte IFRS-Einzelabschluss
IFRS-Konzernabschluss
Bilanzanalyse



Fachenglisch (nur Begriffe)

Internationales Steuerrecht
Umsatzsteuer
Finanzmanagement
IFRS-Einzelabschluss
IFRS-Konzernabschluss
Bilanzanalyse


Fachenglisch

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Art der Prüfung schriftliche Prüfung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen bei der IHK Würzburg 3 Stunden Online-Prüfung in einem Testcenter in Wohnortnähe
Art des Abschlusses IHK-Bescheinigung DIZR-Zertifikat
Weitere Informationen

Hinweis für die Bilanzbuchhalter International Prüfung

Aufgrund der geänderten Prüfungsordnung für Bilanzbuchhalter vom 26.10.2015 wurden auch die Bilanzbuchhalter International IHK Abschlüsse neugeregelt. Bis Juli 2019 besteht aufgrund der Übergangsregelung die Möglichkeit, dieses IFRS Studium abzuschließen. Seit 2018 werden nur noch Lehrgänge angeboten, die zum Erwerb der Zusatzqualifikation Bilanzbuchhaltung International führen. Näheres erfahren Sie auf unserer Infoseite zur neuen Prüfungsordnung "Bilanzbuchhalter International".

Die IFRS Standards

Basis einer Weiterbildung im Internationalen Rechnungswesen sind die IFRS, die International Financial Reporting Standards. Im Folgenden haben wir die wichtigsten IFRS-Standards für Sie aufgelistet:

IFRS 1 erläutert die Vorgehensweise, wenn ein Unternehmen das erste Mal die IFRS für einen Abschluss anwendet. Inhalte sind z. B. IFRS Eröffnungsbilanz, Rechnungslegungsmethoden, Ausnahmen von der retrospektiven Anwendung, Schätzungen und Befreiungen von anderen IFRS.
IFRS 2 regelt die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, mit Barausgleich und mit wahlweisem Ausgleich durch Barmittel oder durch Eigenkapitalinstrumente.
In IFRS 3 werden Bilanzierungsregeln für die Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen gegeben. Ein solcher Zusammenschluss liegt vor, wenn ein Erwerber die Beherrschung, d. h. die Kontrolle über einen Geschäftsbetrieb erlangt. Inhalte sind z. B. die Erwerbsmethode, der Erwerbszeitpunkt, Ansatz und Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts und die Behandlung sukzessiver Unternehmenszusammenschlüsse.
IFRS 4 enthält Übergangsregelungen für Versicherer, um die Rechnungslegung von Versicherungsverträgen und Rückversicherungsverträgen abzubilden bis die zweite Phase des Projekts Versicherungsverträge beim IASB abgeschlossen ist.
In IFRS 5 werden Vorschriften gegeben, wie langfristige Vermögenswerte zu bilanzieren sind, die zur Veräußerung gehalten werden. Weiterhin werden die Darstellung und erforderliche Anhangangaben für aufgegebene Geschäftsbereiche erläutert. Inhalte sind z. B. langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen, aufgegebene Geschäftsbereiche, fortzuführende Geschäftsbereiche.
IFRS 6 enthält Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften, um Vermögenswerte, die aus der Exploration und Evaluierung von Bodenschätzen resultieren, im IFRS Abschluss darzustellen. Inhalte sind z. B. mineralische Ressourcen, Klassifizierung und Indikatoren für Wertminderung.
In IFRS 7 werden die verpflichtenden Anhangangaben für Finanzinstrumente geregelt. Inhalte sind Kategorien von Finanzinstrumenten, Ertrags-, Aufwands-, Gewinn- oder Verlustposten, Risiken aus Finanzinstrumenten, qualitative Angaben, quantitative Angaben, Ausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Sensitivitätsanalyse.
IFRS 8 erläutert die Angaben, die in Bezug auf eine Segmentberichterstattung erforderlich sind. Betroffen sind im Wesentlichen Unternehmen, deren Schuld- oder Eigenkapitalinstrumente an öffentlichen Märkten gehandelt werden, wenn die Geschäftssegmente quantitative Schwellenwerte überschreiten. Inhaltlich sind Angaben zu Produkten/Dienstleistungen, geografischen Gebieten und wichtigen Kunden zu machen.
IFRS 9 enthält Bilanzierungs- und Bewertungsregeln für Finanzinstrumente. Die verpflichtende Anwendung ist ab 1.1.2018. IFRS 9 ersetzt IAS 39.
Inhalte sind z. B. finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten, Derivate, Geschäftsmodell, Art der Zahlungsströme, Wertminderung nach expected-loss-model, Kreditrisiko, Hedge Accounting, beizulegender Zeitwert, Fair Value Option.
In IFRS 10 werden Rechnungslegungsregeln für die Erstellung und Darstellung von Konzernabschlüssen gegeben, wenn ein Mutterunternehmen ein oder mehrere Tochterunternehmen beherrscht. Inhalte sind z. B. Beherrschung, Macht, Konsolidierung, nicht beherrschende Anteile.
IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinsamen Vereinbarungen in Einzel- und Konzernabschlüssen der beteiligten Parteien. Bei einer gemeinsamen Vereinbarung üben zwei oder mehr Parteien gemeinschaftlich Führung aus. Inhalte sind z. B. gemeinschaftliche Tätigkeit, Gemeinschaftsunternehmen, Equity Methode, Bilanzierung von Vermögenswerten und Schulden.
IFRS 12 enthält Regelungen über die verpflichtenden Anhangangaben in Einzel- und Konzernabschlüssen zu Beteiligungen an anderen Unternehmen. IFRS 12 ist anzuwenden, wenn ein Unternehmen beteiligt ist an: Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen, assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten strukturierten Einheiten.
Bei IFRS 13 handelt es sich um einen übergreifenden Standard, der im Zusammenhang mit anderen IFRS angewendet wird, die eine Bewertung oder Angabe zum beizulegenden Zeitwert vorschreiben. Beim beizulegenden Zeitwert handelt es sich um den Preis, der bei einem geordneten Geschäftsvorfall unter Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts erzielt bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Inhalte sind: aktiver Markt, höchste und beste Verwendung, Inputfaktoren, Transaktionskosten, Transportkosten, Fair Value Hierarchie.
IFRS 14 enthält eine Übergangsregelung für Unternehmen, die einen ersten IFRS Abschluss aufstellen und IFRS 1 anwenden und Preisregulierungen unterliegen. Solche Unternehmen dürfen nationale Bilanzierungsregeln in Bezug auf regulatorische Abgrenzungsposten im IFRS Abschluss anwenden.
IFRS 15 beinhaltet die Neuregelung der Umsatzrealisierung nach dem 5-Schritte-Modell. IFRS 15 ist ab dem 1.1.2018 verpflichtend anzuwenden und ersetzt IAS 11 Fertigungsaufträge, IAS 18 Erlöse, IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme, IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien, IFRIC 18 Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden, SIC 31 Erträge-Tausch von Werbeleistungen
1. Schritt: Identifizierung des Vertrags
2. Schritt: Identifizierung der Leistungsverpflichtungen
3. Schritt: Bestimmung des Transaktionspreises
4. Schritt: Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen
5. Schritt: Erlöserfassung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung
In IFRS 16 werden neue Regeln zu Ansatz, Bewertung, Ausweis und Anhangangaben für Leasingverhältnisse gegeben. Der Standard ist auf den Leasingnehmer und Leasinggeber verpflichtend ab 1.1.2019 anzuwenden. IFRS 16 wird IAS 17 Leasingverhältnissee, IFRIC 4 Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC 15 Mietleasing-verhältnisse – Anreizvereinbarungen, SIC 27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen ersetzen. Inhalte sind z. B. kurz laufende Leasingvereinbarungen, Leasingvereinbarungen über Vermögenswerte von geringem Wert, right of use assets (Vermögenswerte aus Nutzungsrecht), variable Leasingzahlungen, sale and lease back-Transaktionen, Finanzierungsleasing, Mietleasing.